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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 862 mal aufgerufen
 Off-Topic
Gunwat Offline



Beiträge: 5

16.12.2004 19:34
geistige Ergüsse jugendlicher Romantik Antworten

So, ich muß Michael und allen anderen mal zustimmen, die der Meinung sind das Forum sollte nicht sterben. Doch ich nehm jetzt tatsächlich auch mal den Mut zusammen einen meiner geistigen Ergüsse hier zu veröffentlichen. Nicht weil ich glaube, daß ich gut schreiben kann oder mein Geist etwas ist, an dem alle Anderen teilhaben müssen, aber ich denke, daß fast jeder von uns in irgendwelchen (mitunter geheimen) Notizbüchern oder auf igendwelchen Zettelchen schonmal was geschrieben hat, daß ihn irgendwie bewegt und mit dem er versucht hat sein Innerstes auszudrücken. Ich hoffe, daß sich vielleicht andere anschließen werden ihr Zeugs hier reinzuposten, so daß wir einige schöne Sachen lesen - und darüber Schreiben werden können.
Ansonsten allen frohe Weihnachten,
einen guten Rutsch in das neue Jahr,
euer Gunnar!

Heimathafen

Ein Tropfen,
glänzende Schuppen im Sonnenlicht,
das Rauschen der See
und dennoch Stille.

Wie die Stille eines Fischs:
nicht sprechen!
Streifen des Lichts dringen
durch die Oberfläche,
das Glück hat den Horizont
bereits überwunden.

Und ich bade darin,
glänzende, feuchte Augen
grünlicher Schimmer:
hier bin ich zu Haus

Das Glück ist mein Hafen,
doch bald laufe ich aus.

Shaniana Offline



Beiträge: 10

24.12.2004 23:44
#2 RE:geistige Ergüsse jugendlicher Romantik Antworten

Wunsch-Traum

In meinem Traum heut’ Nacht sah ich ein Wesen
Mit Flügeln und dem Körper einer Frau.
Und mir fiel ein, ich hatte mal gelesen,
So säh’n im Märchen Feen aus – genau.

Ich fühlte mich danach – im Traume – sicher,
Und langsam dann verlor ich meine Angst.
Die Fee jedoch sprach – es wird wunderlicher:
„Erfüll’ Dir jeden Wunsch, den Du verlangst.“

Ich konnte das natürlich gar nicht glauben,
Dass so etwas passiert, und sei’s im Traum.
Wieso nur sollt’ man mir ’nen Wunsch erlauben?
Ich dachte nach, doch Gründe fand ich kaum.

Die Fee schien meine Zweifel zu erraten,
Sie rief: „Versteh’ schon, dass Du mir nicht traust.
Doch denkst Du anders, wie es alle taten,
Sobald Du, wovon ich erzähle, schaust.“

Da zog sie mich mit ihren kleinen Händen
Weit fort, aus meinem Bett hinaus gen Nacht.
Im Vollmondlicht dacht’ ich: wo wird das enden?
Was sie wohl – zu so später Stunde – macht?

Da plötzlich wurd’ mein Denken unterbrochen,
Wir landeten an einem blauen See.
Sie hatte Schönes nicht zu viel versprochen:
Die Luft war frisch und klar – sie tat fast weh.

Das Ufer voller bunter schöner Pflanzen;
Wir gingen einen Pfad durch lichten Wald.
Die Vögel schienen in der Luft zu tanzen –
Sie still bewundernd machten wir kurz halt.

Der Weg kam dann zu einem großen Garten,
In dessen Mitte stand ein weißes Schloss;
Und ich sah Pferde, die schienen zu warten,
Dass ich sie ansah und das Bild genoss.

Im Schlosse dann, da waren viele Leute,
Auch Kinder – alle sahen glücklich aus.
Und nicht nur, wie sie zu mir sagten, heute:
Das Glück, so hieß es, wohnt in diesem Haus.

Wir ritten bald auf großen weißen Pferden
Direkt in einen Sonnenuntergang.
Und sahen dabei viele Rentierherden;
Von irgendwo erschallte Harfenklang.

Wir saßen unter blüh’nden Apfelbäumen
Und rasteten an diesem schönen Ort,
Der viel zu schön war, um davon zu träumen –
So glaubte ich der Fee dann jedes Wort.

Als sie nun merkte, dass ich wirklich wusste,
Dass gar nichts, nicht ein Wunsch unmöglich war,
Und ich mir nur noch einen suchen musste,
Da freute sie sich und sprach: „Wunderbar!“

Das war der Augenblick, da ich erwachte,
Verträumt mich fragend: fällt ein Wunsch mir ein?
Doch als ich wieder an Tabea dachte,
Da wusste ich sogleich die Antwort: Nein!

Tötet sie alle - Gott wird die Seinen erkennen!

der Bernd Offline



Beiträge: 11

22.01.2006 21:44
#3 RE: RE:geistige Ergüsse jugendlicher Romantik Antworten

bericht eines irrsinnigen

ich steh da
allein auf unbekanntem gelände
eben war noch sonne da
jetzt steigen nebel auf
unheilvoll
ungutes gefühl

warten
vorsichtig abwarten
nicht wissen was ist
nicht wissen was kommt

nebel steigen auf
verdecken
verhängen
verwirren
wabern um mich herum
nicht zu greifen
nur grau
unförmig
konturlos

tappen im dunkeln
tasten im nebel
zögernd
im ungewissen
zweifelnd was man da aufstört
worauf man stößt

ahnung
da ist etwas
aber nichts erkennbares
nichts greifbares
unheimlich
zurückschrecken
zurückhalten

nagende unruhe
ungewißheit
nichts zu erkennen
nebel wird nur dichter
undurchsichtiger
verstörender

umherspähen
drehen im kreis
hasten
stolpern
umherirren
getrieben
gehetzt
suchen
halt suchen
sinn suchen

hilflos
machtlos
verängstigt
allein

verzweifelt
den ausweg suchen
losstolpern
stochern
mit dem letzten strohhalm
im diffusen nichts

oh
da

ohrenbetäubender knall
explosion
alleszerreißend
fetzen
trümmer
in alle himmelsrichtungen
die welt stürzt ein
schmerz
ohnmacht
dunkelheit

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